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Mit einem Ruck setzte sich der Bauer Josef im Bett auf. Hatte er geträumt, oder war es wirklich so, dass er den Motor des kleinen Treckers gehört hatte? Mitten in der Nacht. Er sah auf den Wecker, vier Uhr.
Er lauschte, hörte aber nichts. Margret, seine Frau, hatte die Decke bis zum Kinn gezogen und schnarchte leise vor sich hin.
„Es wird schon nichts gewesen sein“, beruhigte sich Josef und kuschelte sich wieder ein. So schön warm war es im Bett und er konnte noch gut zwei Stunden schlafen. Als er gerade wieder ein-schlummern wollte, hörte er es wieder. Jetzt war er sicher, dass er nicht träumte.
Mit einem Satz war er aus dem Bett, schlüpfte in Hose und Sweatshirt und flitzte dann barfuß die Treppen hinunter. Er nahm den Hausschlüssel vom Haken und wollte die Tür aufschließen, als er bemerkte, dass diese offen war.
„Ich habe doch nicht vergessen, sie gestern Abend abzuschließen, das weiß ich ganz genau!“, schimpfte Josef. Er lief über den Hof zur Scheune, das Tor stand weit offen und der Trecker – war nicht da.
„Das gibt es doch nicht!“ Josef rannte zurück zum Haus.
„Margret, Vater, steht schnell auf, jemand hat unseren kleinen Trecker gestohlen“, schrie er und seine Stimme überschlug sich vor Ärger.
Noch ganz verschlafen erschien Margret oben an der Treppe.
„Beruhige dich doch, das wird sich schon aufklären“, versuchte sich ihren Josef zu beruhigen. Sie klopfte an die Zimmertür ihres Vaters.
„Papa, bist du wach? Du musst schnell kommen!“, rief sie und öffnete gleichzeitig die Tür zum Zim-mer des Vaters.
Doch der war nicht da. Jetzt bekam Margret einen riesigen Schreck.
„Er ist nicht da“, schrie sie, „Vater ist nicht da!“
Josef wusste sofort, was passiert war. Der alte Herr machte eine Spazierfahrt mit dem Trecker. Und weil er das nicht durfte, hatte er die frühen Morgenstunden gewählt, damit ihn niemand aufhalten konnte. So musste es sein.
Josef nahm ihm das gar nicht übel, doch er sorgte sich sehr, denn der Vater war in den letzten Jahren vergesslich geworden und manchmal wusste er gar nicht mehr wo er war. Es war sogar schon vorgekommen, dass die Polizei ihn nach Hause gebracht hatte, wenn er sich mal wieder im Dorf verlaufen hatte. Seitdem sollte er nicht mehr mit dem Auto oder dem Trecker fahren, das war viel zu gefährlich.
„Wir müssen ihn suchen!“ Josef schnappte sich den Autoschlüssel.
„Fahr zum Teich!“, rief Margret ihm nach. „Das ist sein Lieblingsplatz!“ Doch Josef hörte sie schon nicht mehr, er ließ den Wagen an und fuhr los. So schnell war der Trecker ja nicht, er würde ihn schon finden.
Währenddessen fuhr der kleine Trecker mit dem Vater Fritz auf dem Fahrersitz in den Morgen. Noch war niemand auf der Straße unterwegs. Sie bogen in einen Waldweg ein.
„Ist das nicht wunderbar hier, kleiner Trecker?“, rief Fritz begeistert. „Wie oft sind wir beide durch die Gegend gefahren, aber nun sind wir alt geworden. Du hast es gut, du wirst noch gebraucht. Aber ich, ich darf nicht einmal mehr allein fahren. Sie haben Angst, dass ich mich verirre. Aber ich weiß mir zu helfen, und du, kleiner Trecker, du weißt den Weg ja auch, stimmt’s?“
Der kleine Trecker hupte einmal kurz zur Bestätigung. Fritz lacht laut auf.
„Du verstehst mich, ich wusste es doch!“, rief er voller Freude.
Der Trecker hupte wieder und noch einmal und noch einmal. Er hatte den Josef entdeckt, der nun aufmerksam wurde und ebenfalls in den Waldweg einbog und hupend auf sich aufmerksam machte. Fritz hielt den Trecker an und schaute sich um.
„Schau an, der Josef!“, rief er und kletterte vom Trecker. „Was machst du denn hier im diese Zeit?“
Josef schluckte seinen Ärger hinunter. Zu froh war er, dass er Fritz gefunden hatte und dass ihm nichts passiert war.
„Ich will euch abholen, das Frühstück ist gleich fertig!“, behauptete er.
„Fahrt ihr schon vor, ich bleibe hinter euch!“
Fritz stieg wieder auf den Trecker und ließ ihn erneut an. Dann fuhren sie rechts ab und wieder zurück zum Hof. Margret stand in der Tür. Erleichtert schloss sie ihren Vater in die Arme.
„Gott sei Dank, da seid ihr ja wieder!“
„Klar, wir haben Hunger und Kaffeedurst“, lachte Fritz und drückte seine Tochter.
„Ich geh schon nicht verloren, der kleine Trecker kennt den Weg!“
Seit diesem Tag nahm Josef den Treckerschlüssel mit ins Bett, ihr könnt euch schon denken warum das so war, stimmt’s?
© Regina Meier zu Verl

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