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Fahrradausflug mit Papa

Ein herrlich sonniger Tag ist heute, und Pia und Pit bestürmen ihren Vater, mit ihnen endlich die lange versprochene eine Radtour zu machen.
„Bitte, Papa!“, bettelt Pia. „Es ist so ein schöner Tag!“
„Eine Radtour?“, fragt Papa mit gequältem Gesicht. „Ooch! Ich würde mich so gerne im Garten ein wenig sonnen. Die vergangene Woche ist wieder sehr stressig gewesen. Außerdem weiß ich gar nicht, ob ich nach so langer Zeit noch Fahrrad fahren kann.“
„Immer hast du eine andere Ausrede“, mault Pit, und Pia sagt traurig: „Nie hast du für uns Zeit!“
„Wie wäre es, wenn ihr mit Rex Gassi geht?“, schlägt Papa vor.
„Kommst du mit?“, versucht Pia es noch einmal, doch Papa tut, als lese er aufmerksam die Zeitung.
Also ziehen Pia und Pit alleine mit Rex los.
„Es ist immer dasselbe“, meckert Pit. „Immer hat Papa etwas anderes vor.“
„Erwachsene haben halt nie Zeit für Kinder“, meint Pia. „Weil sie nämlich gar keine Zeit haben wollen.“
„Dann klauen wir sie ihnen einfach“, schlägt Pit vor.
„Wie willst du es denn schaffen, dass Papa von dieser blöden Sonnenliege aufsteht?“, fragt Pia ungläubig.
Pit grinst. „Ich hätte da eine Idee“, meint er. „Hör zu!“
Dann tuscheln die beiden erst einmal für eine Weile.
Kurz darauf kommt Pit atemlos in den Garten gerannt.
„Papa, Papa! Schnell, Rex ist verschwunden!“, schrie er aufgeregt. „Er ist hinter einem Hasen hergelaufen und in Richtung Feldbachtal verschwunden.“
„Ins Feldbachtal?“, heult Papa auf. „Dort ist doch die Schnellstraße! Oje oje! Wir müssen ihn suchen. Wie kommen wir bloß schnell dorthin?“
„Mit dem Fahrrad“, schlägt Pit vor.
„Gute Idee!“ Papa atmet erleichtert auf und eilt zur Garage, wo Mama und Pia schon mit den Rädern warten. Unsicher steigt Papa auf sein altes Rad, fährt einige Meter Probe und ruft erfreut: „Ich kann es noch!“
„Natürlich“, grinst Mama. „Radfahren verlernt man nicht. Doch nun los! Wir sind bereit. Ich hab uns auch einen Picknickkorb mit feinen Leckereien gepackt.“
„Toll“, freut sich Pia, und Pit pfeift laut und ruft:
„Rex, komm, es geht los!“
„Rex?“, fragt Papa verdutzt. „Ich denke, der ist weg?“
„Ja, aber nur so lange, bis du auf dem Fahrrad sitzt“, rufen Pia und Pit und lachen.
Zuerst scheint Papa nichts zu begreifen, dann dämmert es ihm. Sein Kopf wird rot und röter, und er will gerade loschimpfen. Als er aber die glücklichen Gesichter von Pia und Pit sieht, macht er den Mund ganz schnell wieder zu.
„Ihr habt gewonnen, ihr Teufelsbande“, knurrt er. Dann startet er mit seinem Rad los wie der Blitz. „Mal sehen, wer als erster am Waldrand ist?“, ruft er und radelt flugs davon.

© Elke Bräunling

IMG_0322Papas Liegestuhl bleibt heute leer

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