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Als sich die Rosen wehrten

Hinter dem Park am Weg, der zu den Feldern führt, entdecken Anna und Max eine Hecke mit zartrosa blühender Wildrosen. Wunderschön sieht sie aus. Wie eine lange Blütenkette.
„Toll!“, ruft Anna. „Lass uns Rosen pflücken. Für Großtante Jula. Bestimmt wird sie sich sehr darüber freuen.“ Sie läuft den Feldweg entlang und taucht ihre Nase in die Blütenpracht. „Hmmm! Wie süß die duften!“
Langsam schlendert Max zu den Rosenbüschen hinüber und bestaunt die kleinen Blüten. Hübsch sehen sie aus.
Das finden auch die Bienen, Hummeln, Käfer und Schmetterlinge, denn ringsum herrscht ein geschäftiges Gesumme und Gebrumme. Eifrig tauchen die kleinen Nektarsammler ihre Köpfe in die süßen Blütenkelche.
„Man sagt auch Hundsrosen oder Apothekerrosen zu ihnen“, sagt Max. „Und im Herbst wird aus jeder Blüte eine Hagebutte. Ist das nicht toll?“
„Aber ein paar Rosen können wir für unseren Strauß haben, oder? Es sind doch so viele.“ Eifrig greift Anna in die Zweige. „Au!“, schimpft sie dann. „Die stechen ja!“
Max grinst. „Sie wehren sich“, lacht er. „Sie haben keine Lust, gepflückt zu werden. Viel lieber möchten sie im Herbst dicke rote Hagebutten sein.“
„Sie sind ganz schön klug, die Rosen, nicht?“, sagt Anna. Sie blickt eine Weile zu den Rosenblüten hinüber und überlegt. „Im Herbst aber dürfen wir die Hagebutten ernten, oder? Für Hagebuttentee. Der ist mächtig gesund, sagt Mama.“
„Und Großtante Jula kocht für uns Hagebuttenmus. Der schmeckt lecker!“, schwärmt Max.
„Und Hagebuttenlikör“, ergänzt Anna.
„Und die Kerne nehme ich mit zur Schule“, sagt Max und grinst. „Die jucken besser auf der Haut als Juckpulver.“
Anna kichert. „Toll, was man aus Hagebutten alles machen kann.“
Max nickt. „Und deshalb möchte ich jetzt auch keinen Rosenstrauß pflücken. Sie sind zu kostbar, die Rosen. Aber ich habe eine bessere Idee, wie wir Großtante Jula eine Freude machen können: Wir fragen sie, ob sie Lust zu einem Spaziergang mit einem leckeren Picknick hat.“
„Au ja. Ein Picknick hier bei den Rosen, die unbedingt Hagebutten werden wollen“, ruft Anna begeistert. „Darüber wird sich Großtante Jula bestimmt sehr freuen!“
Und die Rosen auch, denkt Max und lächelt.
Auch die Rosenfee lächelt. Irgendeine der vielen kleinen unsichtbaren Blumenelfen hat ihr nämlich gleich von diesem Gespräch an der Wildrosenhecke erzählt.

© Elke Bräunling

Heckenrosenbusch

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