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Wilde Rosen

„Na, kleine Wiepeldorn, willst du mir helfen?“
Wibke sieht ihren Opa verärgert an.
„Du weißt genau, dass ich Wibke heiße und nicht Wiepeldorn!“, schimpft sie.
Opa legt den Malpinsel beiseite und streckt die Arme aus.
„Komm her und lass dich mal knuddeln!“, bittet er und Wibke kann nicht widerstehen.
Opa ist der Beste, auch wenn er immer so komische Namen für sie erfindet. Das Wort Wiepeldorn hat sie heute zum ersten Mal gehört. Während sie sich an Opa kuschelt, erklärt er:
„Das ist der plattdeutsche Name für wilde Rosen und die sind besonders hübsch, so wie du. Sie sind traumhaft schön, duften köstlich und ab und zu pieksen sie ein wenig.“
Die Kleine lächelt. Mit einer Rose mag sie gern verglichen werden.
„Sind sie so schön, wie auf deinem Bild dort?“, fragt sie und Opa nickt bestätigend.
„Ja, genau so schön.“
Er nimmt seinen Malpinsel und setzt seine Arbeit fort. Wibke sieht ihm dabei zu und nimmt sich vor, eines Tages mal ein genauso guter Maler zu werden wie Opa. Dann wird sie auch Wiepeldorns malen, ganz viele.

© Regina Meier zu Verl

Zum Malen schön – ein Rosenbusch, Foto © Andrea Oberdorfer

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