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Die Augustfrau und das Sommerkonzert
Eine Sommergeschichte für Kinder

„Was für ein wundervoller Tag heute doch ist! Wie golden das Licht schimmert! Oh, ich liebe es. Von ganzem Herzen liebe ich diesen Tag und die Zeit der warm schimmernden Sonne, der kräftig bunten Blüten und reifenden Früchte allüberall in Bäumen und Sträuchern. Es ist meine Zeit. Die Zeit des singenden Sommers.“
Die Augustfrau schwieg für einen Augenblick. Mit weit ausgebreiteten Armen blickte sie über das Land. „So viele Lieder könnte ich singen. So viele.“
„Dann sing doch! Ich mag Gesang!“, forderte der alte Apfelbaum die Augustfrau heraus. „Sing ein Lied vom Apfelbaum im August!“
Die Augustfrau lächelte, dann begann sie zu singen:
„Was flüstert dort im Apfelbaum, sag an, wer ist denn das? Ein Apfel namens Sommertraum erzählt den Menschen ‚was!“
Sie schwieg für einen Moment. Dann pustete sie die Krone des alten Baumes ein wenig an und brachte ihn ins Schwingen. Ganz zärtlich nur, und ihr war, als lächelte der Baum. Da hörte sie ein fremdes Stimmchen. Es sang weiter zur Melodie ihres Liedes:
„Leise küsst der Sommerwind so zärtlich unsre Haut, die sich rötet voller Freud, kommt nur her und schaut.“
Eine weitere Stimme stimmte mit ein und mit einem Male sangen alle Äpfel im Chor:
„Grün mit roten Wangen nun sind wir Äpfel im August, knackig rund und gesund, es ist eine Lust!“
Die Augustfrau lachte hellauf. Was für ein wundervoller Apfelchor! So etwas Schönes hatte sie lange nicht gehört. Sie wollte schon in das Lied einstimmen, als andere, ganz fremde und doch von allen so sehr geliebte Stimmchen ertönten:
„Alle unsre Kinder hier erfreuen sich am Leben, das wir Ihnen bunt und rund im Frühling hab’n gegeben. Lalala, summsumm summsumm…“
Die Bienen vom Bienenstock nebenan waren es, die die Äpfelchen und die Nase der Augustfrau keck umrundeten.
„Ach, ihr Süßen!“, rief die Augustfrau erfreut. „Wie schön das klingt! Lasst uns alle zusammen ein Sommerkonzert geben. Wir bitten die Grillen noch dazu und die Frösche am Teich können den Bass dazu quaken! Oh ja, das wird fein!“
Sie lächelte. „Und so soll es auch sein. Meine Zeit im August ist eine fröhliche, heitere und kunterbunte. Schenken wir diesem wunderherrlichen Monat unser Lied!“
Und wieder begann sie zu singen und alle Kinder des Sommers, die Tiere, die Blumen, die Bäume und die Menschen, stimmten mit ein. Man musste ihn doch auch einfach mögen, diesen wunderbunten Sommermonat … und mit ihm auch die Augustfrau.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

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